Anleiherenditen brechen vor US-Zinsschritt aus

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Der deutsche Aktienmarkt präsentierte sich am Dienstag lediglich zur Eröffnung freundlich. Anschließend ging er belastet von Zinssorgen auf Talfahrt. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sprang um 15 Basispunkte auf 1,94 Prozent. Sie überwand damit das Hoch vom Juni und markierte den höchsten Stand der letzten acht Jahre. Der Euro-Bund-Future sackte im Gegenzug um 1,57 Punkte auf ein neues Verlaufstief bei 140,84 Zählern ab. Der DAX büßte 1,03 Prozent auf 12.671 Punkte ein. MDAX und TecDAX verzeichneten Verluste von 0,88 und 1,06 Prozent. In den drei Indizes gab es 20 Gewinner und 78 Verlierer. Das Abwärtsvolumen lag bei 83 Prozent. Bis auf den Einzelhandelssektor (+0,22%) orientierten sich alle Sektorenindizes südwärts. Am deutlichsten unter Druck standen Finanzdienstleister (-2,15%) und Versorger (-2,13%). Porsche Holding (+3,87%) stemmte sich an der DAX-Spitze gegen den Negativtrend und profitierte damit weiter vom anstehenden Börsengang der Sportwagenschmiede Porsche AG. Ebenfalls gesucht waren Beiersdorf (+0,84%) und Symrise (+0,73%). Die deutlichsten Abschläge im Leitindex verbuchten HeidelbergCement (-4,57%), Puma (-3,47%) und E.ON (-3,47%).

An der Wall Street notierte der Dow Jones Industrial im Vorfeld der heutigen Fed-Entscheidung zur Schlussglocke 1,01 Prozent tiefer bei 30.706 Punkten. Der Nasdaq 100 gab um 0,85 Prozent auf 11.852 Punkte nach. 79 Prozent der Werte an der NYSE mussten Abschläge hinnehmen. Das Abwärtsvolumen betrug 86 Prozent. Es gab 13 neue 52-Wochen-Hochs und 395 Tiefs. Der US-Dollar wertete gegenüber allen anderen Hauptwährungen auf. EUR/USD fiel gegen Ende des New Yorker Handels um 0,45 Prozent auf 0,9978 USD. Die Rendite zehnjähriger US-Treasuries zog um acht Basispunkte auf 3,57 Prozent an. Sie durchbrach damit den Gipfel vom Juni und markierte ein 11-Jahres-Hoch. Gold notierte an der Comex 0,25 Prozent schwächer bei 1.674 USD. Rohöl der US-Sorte WTI verbilligte sich um 1,50 Prozent auf 84,08 USD.

Die asiatischen Aktienmärkte tendierten heute früh auf breiter Front südwärts. Der MSCI Asia Pacific Index handelte 1,17 Prozent tiefer bei 148,79 Punkten. Der S&P Future notierte zuletzt 0,15 Prozent höher. Für den DAX wird gemäß der vorbörslichen Indikation (12.642) ein Handelsstart im Minus erwartet.

Heute richtet sich der Fokus der Anleger klar auf die Zinsentscheidung der US-Notenbank Fed. Die Mehrheit der Marktteilnehmer erwartet eine Leitzinsanhebung um weitere 75 Basispunkte auf ein Zielband bei dann 3,00-3,25 Prozent. Eine Minderheit favorisiert einen „Jumbo“-Schritt von 100 Basispunkten. Mit sehr hoher Volatilität ist im Umfeld der Entscheidung und der anschließenden Pressekonferenz zu rechnen. Daneben veröffentlichen die Währungshüter ihre neuen Projektionen zu Wachstum, Zinsen, Inflation und Arbeitslosenquote.
 

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